Muskulatur
In diesem Tutorial soll eine möglichst realistische Darstellung von Muskulatur erarbeitet werden.
Gegenstand des Tutorials soll freiliegendes Muskelgewebe, welches nicht von Haut bedeckt ist, sein.
Diese Maltechnik ist besonders interessant für das Bemalen von Untoten oder auch Verwundeten. Doch auch das ein oder Andere Monster aus den Laboren der Dirz oder auch ein Dämon könnte mit dieser Technik gestaltet werden.
Um Muskulatur realistisch zu malen, gilt es erstmal einige anatomische Grundlagen zu erörtern.
Muskeln sind durch Sehnen mit Knochen verbunden und ermöglichen die Bewegungen eines Wesens.
Die Muskelfasern, aus denen der Muskel besteht, sind in ein schlauchförmiges Bindegewebe eingekleidet. Ein großer Muskel besteht aus Hunderten solcher Fasern, ein kleinerer ist aus entsprechend weniger Fasern gebildet. Um nun ein realistisches Aussehen des Muskels zu erzielen, muss man eben diese Fasern (zumindest teilweise) darstellen. Die Sehnen am Ansatz des Muskels sind ein weiterer wichtiger Aspekt dernicht vergessen werden sollte.
Am Bildbeispiel sind die einzelnen Muskelfasern und der Sehnige Ansatz der Muskulatur gut erkennbar. Diesen Eindruck gilt es nun auf die Miniatur zu bringen.

Man beginnt damit, dass man die zu bemalenden Partien mit Cadmium Umber Red grundiert. (1)
Als nächster Schritt wird Gory Red in feinen Streifen aufgetragen. Dieser Vorgang erfordert ein wenig Fignerspitzengefühl, da die Streifen nur ganz fein sein dürfen. Sie sollen die Muskelfasern darstellen. Wichtig ist, dass man von der Mitte nach Aussen abeitet, da der Pinsel beim Absetzen die Striche feiner werden lässt.(2)
Der gleiche Arbeitsschritt wird in einem kleineren Bereich (zur Mitte hin) mit Bloody Red wiederholt.(2)
Als nächsten Schritt trägt man nun mit einer 1:1 Mischung aus Bloody Red und Ivory weitere Striche auf. Diese Farbe wird nur für die hellsten Muskelstellen verwendet.
Allgemein ist zu sagen, dass das Aufhellen nach dem normalen "Highlighting Prinzip" funktioniert, nur das die Farben nicht Flächig, sondern in feinen Strichen aufgetragen werden. (3)
Als nächster Schritt werden nun die sehnigen Muskelansätze gemalt. Hierzu wird Ivory sehr stark mit Wasser verdünnt (ein Tropfen Geschirrspülmittel im Wasser, oder der Zusatz von Glaze Medium verbessern die Handhabung der Farbe). Mit dieser stark verdünnten Farbe werden nun die Sehnen gemalt Auch hier wird in feinen Strichen von der Mitte des Muskels nach Aussen gemalt. Die "Spitzen des Muskels" werden in reinem Ivory gemalt.(4)
Als letzten Schritt mischt man aus viel Wasser und Cadmium Umber Red, sowie Glaze Medium eine rötliche Lasur, und übermalt hiermit alle bisher gemalten Flächen. Dadurch wirken die Übergänge sanfter und das ganze Ergebnis organischer.
Man kann, um die Übergänge noch weicher zu gestalten, auch zwischen den einzelnen Schritten immer wieder die oben genannt Lasur auftragen.


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